Über die Seiten der Dichtung

auf einem meiner lesezeichen steht folgender, als Baudelaire-zitat ausgewiesene satz: "jeder gesunde mensch kann zwei tage auf essen verzichten, aber niemals auf poesie". ich habe nicht nachgeschaut, wo bei Baudelaire dieser satz steht; aber an diese art menschen richten sich die Seiten der Dichtung.

vieles, was diese seiten enthalten, sind werke von autoren, die zumindest zur zeit im deutschen sprachraum kaum präsent sind, oder hinweise auf solche werke. ein kleiner teil dessen, was hier versammelt ist, wurde von mir verfasst, ein anderer teil von mir übersetzt. der inhalt dieser seiten ist in dem sinne vom zufall bestimmt, in dem auch das leben eine kette von zufällen ist: es ist ein zusammenhang da, aber eine gesetzmäßigkeit oder struktur läßt sich nicht erkennen. sie enthalten eine auswahl dessen was mir über jahre und jahrzehnte dichterisch begegnet ist, was mich einmal besonders beschäftigt hat oder noch beschäftigt; schöpferisch, nachschöpferisch, kritisch, fordernd, beunruhigend, anregend, offenbarend ...

dichtung hat unendlich viele seiten, diese auswahl enthält einige davon. "Seiten der Dichtung", das ist gemeint als: aspekte der dichtung, bestimmte seiten der dichtung. diese auswahl präsentiert dichter und dichtungen, die mir lesenswert erscheinen; aber es ist keineswegs so, daß sie ein abbild meiner dichterischen vorlieben wäre. viele dichter und werke, die ich besonders schätze, werden auf diesen seiten mit keinem wort erwähnt, einfach deshalb, weil ihre namen bekannt, ihre werke präsent sind, ihr wert anerkannt ist, und es keines weiteren hinweises auf sie bedarf.

die Seiten der Dichtung sollen nach und nach, so wie es meine zeit zuläßt, um weitere werke vermehrt werden.

noch eine bitte und ein hinweis. obwohl ich alle hier wiedergegebenen texte mehrfach geprüft habe, kann ich nicht ausschließen, daß mir nicht doch hier und da ein fehler entgangen ist. daher wäre ich dankbar für jeden hinweis auf etwaige weitere fehler, die ich übersehen habe.

was die rechtschreibung und zeichensetzung der texte betrifft, so ist mir nicht entgangen, daß sie in verschiedenen texten teilweise recht unterschiedlich gehandhabt werden. diese unterschiede geben verschiedene stadien meiner persönlichen "rechtschreibreform" wieder, wie sie sich über die jahre entwickelt hat. wie man sieht, tendierte ich zeitweise zu gemäßigter, dann zu radikaler kleinschreibung, zeitweise zu vereinfachter, dann wieder mehr normgemäßer zeichensetzung. mittlerweile ist mir das thema nicht mehr sonderlich wichtig, daher möchte ich mir nicht die mühe machen, rechtschreibung und zeichensetzung zu vereinheitlichen. sprache kommt von sprechen, und ob eine lautfolge nun mit großen oder kleinen anfangsbuchstaben, mit vielen oder wenigen kommata, in lateinischen oder griechischen zeichen notiert wird, ist wirklich nebensächlich. texte, die nicht von mir stammen und nicht von mir übersetzt sind, werden immer in der orthografie des originals wiedergegeben.

 

august 2005, leicht angepasst im Juli 2016

Wilfried Käding